Schreibtisch gegen Content: Interview mit der Blogfabrik

Die Blogfabrik in Kreuzberg bietet ein innovatives Konzept: Blogger bekommen in diesem Coworking-Space einen Schreibtisch – und bezahlen diesen mit Content. Maria Ebbinghaus, bei der Blogfabrik zuständig für Projektmanagement und Kommunikation, erklärt im Interview diesen Ansatz.

Blogfabrik. Bild: Christoph Neumann
Blogfabrik. Bild: Christoph Neumann

Wer steckt hinter der Blogfabrik?

Die Blogfabrik wurde von der Münchener MELO-Gruppe ins Leben gerufen. Die MELO-Gruppe, Dienstleister in Bereichen wie Media Distribution, Content Creation, Logistic Services und AviationServices wagt hier einen großen Schritt in Richtung New Economy – das heißt, sie investieren mit der Blogfabrik langfristig in die Berufsgruppe der Blogger. MELO möchte von den jungen Unternehmern mehr über die Zukunft des Online-Arbeitens und -Veröffentlichens lernen und ihnen im Gegenzug helfen, sich zu professionalisieren.

Könnt ihr das Prinzip der Blogfabrik einmal kurz für unsere Leser erklären?

Maria Ebbinghaus
Maria Ebbinghaus

Das Prinzip besteht darin, dass Blogger, Instagrammer, Video- und Fotografen ihren Arbeitsplatz in der Blogfabrik mit Content bezahlen. Diese Inhalte entstehen exklusiv für das DailyBread-Magazin, welches sich mit dem digitalen Wandel der heutigen Gesellschaft beschäftigt und gleichzeitig als Portfolio für die Blogfabrikanten und den Space dient. Unser Claim “Empowering Content Creators” beschreibt die Idee, Content Creators bei der Professionalisierung zu unterstützen und ihnen einen Raum zu bieten, um sich kreativ weiterzuentwickeln. Jeder bringt in der Blogfabrik ein, was er am besten kann. Von Seiten der Content Creators werden Inhalte für das DailyBreadMag produziert und die MELO-Gruppe bietet im Gegenzug Infrastruktur, um die besten Bedingungen für Content-Produktion zu schaffen.

Welche neuen Herausforderungen stellen sich heute besonders an Freiberufler und Selbstständige, die oft zeitlich flexibel und ortsunabhängig agieren müssen?

Mit Herausforderungen wie Belastbarkeit, Schnelllebigkeit und ortsunabhängigem Arbeiten sind heute viele Freiberufler konfrontiert. Die Blogfabrik bietet hier eine neuartige Lösung, um flexibel arbeiten zu können, dabei ein professionelles Umfeld zu haben und sich wohlzufühlen. In zahlreichen Vorgesprächen mit unseren Content Creators haben wir festgestellt, dass es den Selbstständigen oft an Austausch mangelt. Als One-Man-Show oder in sehr kleinen Teams benötigen sie außerdem Unterstützung in Steuerfragen, Rechtsberatung und Firmengründung. Finanzielle Sicherheit ist auch ein großen Thema. Die angesprochene Ortsunabhängigkeit ist für viele eher als Gewinn zu verstehen, denn sie genießen dank schneller Internetverbindungen den Vorteil von unterwegs, zuhause oder eben aus dem Büro heraus kreativ zu arbeiten.

Heutzutage verschwimmt die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben immer mehr. Soll die Blogfabrik helfen, Arbeit und Freizeit klarer zu trennen?

Tatsachlich war eine bessere Trennung von Arbeit und Privatleben für viele ein Grund, in die Blogfabrik einzuziehen. Die Content Creators müssen jetzt nicht mehr aus ihrem Bett heraus arbeiten, sondern fahren in ihr Büro und genießen das Gefühl eines Feierabends. Wichtig ist vielen Teilnehmern auch, dass sie Termine mit Kunden in einem professionellen Umfeld wahrnehmen können und sich als ernstzunehmende Unternehmer positionieren.

Uns geht es aber nicht darum, den Content Creators eine traditionelle Trennung von Arbeit und Freizeit vorzuschlagen. Viele haben sich mittlerweile angefreundet oder arbeiten an gemeinsamen Projekten. Da verschwimmen die Grenzen zunehmend.

Ihr seid damit sehr zeitgemäß. Habt ihr euch das ausgedacht oder gibt es schon ähnliche Konzepte?

Es gibt in Berlin natürlich schon einige Co-Working-Spaces. Als erster Co-Working-Space in Deutschland bietet die Blogfabrik jedoch die Bezahlung eines Schreibtisches durch Content an. Dieses Konzept ist bisher einzigartig und wurde von der MELO-Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Berliner Kreativnetzwerk Artconnect entwickelt. In einem Workshop zum Thema „Digitaler Wandel und ’neues Arbeiten’“, zugeschnitten auf die Bedürfnisse von MELO, war schnell klar, dass es einen Ort, wie die Blogfabrik braucht.

Was sind die Kriterien, nach denen ihr auswählt, wer bei euch einen Arbeitsplatz beziehen darf?

Über unser Webformular steht es jedem spannenden Medienproduzenten offen, sich für einen Arbeitsplatz in der Blogfabrik zu bewerben. Wer bei uns einziehen darf, entscheidet Chefredakteur Claudio Rimmele. Er ist immer auf der Suche nach interessanten Themen und Menschen, die das Magazin auf ihre Art und Weise bereichern. Die wichtigste Voraussetzung ist uns aber vor allem Teamwork. Wer etwas Einzigartiges beitragen kann, das alle weiterbringt, ist hier gut aufgehoben. Gemeinsam wachsen, das ist unser Ziel.

Sucht ihr auch Platz in einem Coworking Space? Hier findet ihr verschiedene Locations in Berlin. 

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